8. Juni 2026 · 7 Min Lesezeit
Der Preis, einmal offen hingelegt
Was eine Website in Deutschland tatsächlich kostet, wo unsere Zahlen herkommen — und welche Posten in den meisten Angeboten unsichtbar bleiben.
Preise für Websites sind in unserer Branche eine merkwürdige Geheimwissenschaft. Agenturen schreiben auf Anfrage, Freelancer rechnen nach Bauchgefühl, Baukästen werben mit Null Euro und meinen etwas anderes. Wir legen unsere Zahlen seit dem ersten Tag offen auf die Seite — und wollen hier einmal erklären, wie sie zustande kommen.
Die Spannweite des Marktes
Eine mehrseitige Unternehmens-Website kostet bei einer klassischen deutschen Agentur zwischen dreitausend und zwölftausend Euro, je nach Stadt, Selbstbild und Anzahl der Workshops, die man vorher absitzt. Freelancer liegen meist zwischen achthundert und dreitausend. Baukästen kosten nominal fünfzehn bis dreißig Euro im Monat — plus dreißig bis sechzig Stunden der eigenen Zeit, die in keiner Rechnung auftaucht, aber bezahlt wird wie jede andere Arbeitszeit auch: mit Abenden und Wochenenden.
Unsere Pakete beginnen bei vierhundertneunundneunzig Euro für eine Onepage und gehen bis vierzehnhundertneunundneunzig für ein individuelles System mit pflegbaren Inhalten. Das ist im Marktvergleich die untere Mitte. Es ist kein Kampfpreis und keine Premium-Geste — es ist das Ergebnis einer einfachen Rechnung.
Wie unsere Zahl entsteht
Eine Starter-Seite kostet uns netto etwa zwei Arbeitstage: ein halber Tag Struktur und Inhalts-Sichtung, ein Tag Bau, ein halber Tag Tests auf echten Geräten und Feinschliff. Dazu der Anteil an Werkzeugen, Lizenzen und dem Hosting-Setup. Wer deutlich weniger verlangt, spart an einer dieser Stellen — meist am Testen, was der Kunde erst Monate später merkt. Wer deutlich mehr verlangt, bezahlt damit in der Regel Büroflächen und Hierarchie-Ebenen, nicht bessere Arbeit.
Der unsichtbare Posten
Der eigentliche Unterschied zwischen Angeboten liegt selten im Einmalpreis, sondern in dem, was danach kommt. Eine Website ist kein Möbelstück, sondern eher ein Schaufenster: es muss geputzt werden. Sicherheits-Updates, Backups, das SSL-Zertifikat, die kleine Änderung im November, wenn sich die Öffnungszeiten ändern. Bei vielen Angeboten ist dieser Posten schlicht nicht vorgesehen — die Seite veraltet ab Tag eins, und nach drei Jahren beginnt das Spiel von vorn.
Unser monatlicher Beitrag — ab neunundvierzig Euro — ist genau dieser Posten, offen ausgewiesen. Er ist kein verstecktes Abo und keine Marge-Maschine. Er ist die ehrliche Antwort auf die Frage, wer sich kümmert, wenn morgen etwas ist.
Was Sie mit dieser Information tun können
Vergleichen Sie Angebote nicht am Einmalpreis, sondern an drei Fragen. Erstens: was kostet das dritte Jahr, alles eingerechnet? Zweitens: wem gehört am Ende die Seite — Ihnen oder dem System des Anbieters? Drittens: wer geht ans Telefon, wenn das Kontaktformular an einem Freitagnachmittag streikt? Wer diese drei Fragen stellt, sortiert neunzig Prozent der schlechten Angebote aus, bevor Geld fließt.
Ein Preis, der erklärt werden kann, ist ein Preis. Ein Preis, der verteidigt werden muss, ist ein Verdachtsmoment.
